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[Bearbeiten] GSC - Gesellschaft zur Grundlagenerforschung der Semio-Kybernetik und kybernetischen Kommunikations-Ästhetik und ihrer praktischen Anwendungen in Wissenschaften, Technik und Gesellschaft

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Kleines Manifest ( = hier als zu explizierende Aufgabensammlung verstanden) der Semiokybernetik und kybernetischen Kommunikations-Ästhetik

[1] Bereits seit über 100 Jahren gibt es im Rahmen der Quantenphysik die Erkenntnis, dass wir nicht in einer hypostasierten, einer klassischen Ursache-Wirkung-Welt leben, sondern in einer nur dynamisch denkbaren Wechselwirkungs-Welt, in welcher "wechselwirken", "existieren" und "werden" Synonyme sind.

[2] Alle Weltinhalte bestehen damit nicht aus "So-Sein" oder "Irgendwie-Sein", sondern ausschließlich aus und in unablässigem Werden.

[3] Jede einzelne Wechselwirkung = jeder erneute Werden-Schritt ist dabei unwiederholbar, irreversibel und in seinen Resultaten prinzipiell unvorhersehbar.

[4] Die Anzahl und Geschwindigkeit der diese Welt erzeugenden Wechselwirkungen entsprechen der Planck-Zeit und der Planck-Distanz.

[5] Die "Ketten" dieser Wechselwirkungen sind nicht-lokal (= nicht-zeitlich + nicht-räumlich distant), nicht-final, und sie sind nicht-linear miteinander verknüpft. Statt von einzelnen "Kettensträngen" wird man richtiger Weise besser von einem auf der Größe von Planck-Maschen geknüpften multi-dimensionalen "Spinnennetz" sprechen, welches aufgrund seiner Planck-Größen-Struktur keine angebbaren "voids" enthalten kann.

[6] Alles "Wahrnehmen" von Lebewesen ist synonym zu "Messen" und "Detektieren".

[7] "Wahrnehmen", "Messen", "Detektieren" sind Unterformen von Kommunikation, und diese wiederum ist eine Sub-Form von Wechselwirkung. Somit ist die Wahrnehmung der Lebewesen eine lediglich spezielle Art von Wechselwirkung und erfüllt deren Kriterien.

[8] Alle Wahrnehmung, Messung, Detektion sowie die nachgeschalteten Verarbeitungsmechanismen per Autopoiesen sind nicht frei skalierbar, sondern sie haben ein bestimmtes Intervall, innerhalb dessen sie, evolutionär oder technisch herausoptimiert, lediglich "hinreichend-gültig" -im Hinblick auf Überleben und/ oder technische Brauchbarkeit- sind.

[9] Wahrnehmung und ihre Verarbeitungen sind als evolutionäre Optimierungen aus überlebenstechnischen Zwecken heraus gebildet. Es ist nicht ihre Intention noch haben sie übrhaupt die Möglichkeit dazu einem Wahrnehmenden "Welt" im "Ist-Zustand" 1:1 abzubilden. Alle Wahrnehmung und ihre nachgeschaltete Verarbeitung "erzählen" vielmehr ausschließlich hypostasierte "Geschichten", welche die Wahrscheinlichkeit überleben zu können erhöhen.

[10] Jeder/ jedes "Wahrnehmende" (als Person oder Maschine) ist als "Beobachter" mit allen Wechselwirkungs-bedingten Konsequenzen in die entsprechenden Wechselwirkungen (= Wahrnehmungs-Wechselwirkung) involviert.

[12] Jedes vermeintlich hypostatische "Ding" des Weltinventars ist in Wahrheit ein artefaktisch per Wahrnehmung eingefrorener Teil irgendeiner Prozesse-Kette ohne Anfang und Ende = nicht-final.

[13] Jedes vermeintlich wahrgenommene und dadurch artefaktisch hypostasierte "Ding" des Weltinventars wird per Wahrnehmung nicht zufällig (schimärenhaft) herausgebildet, sondern im Rahmen von evolutionär optimierten Überlebensstrategien, zu welchen die Exo- und Endo-Wahrnehmungen Arten von scout-Funktionen sind.

[14] Wenn wir uns auf "Dinge" des wahrgenommenen Weltinventars beziehen, rückbeziehen wir uns immer auf diese Schimären der wahrnehmungserzeugten "virtuellen Referense".

[15] Es wird nur "wahrgenommen", was überlebenstechnisch irgendeinen evolutionär herausgezüchteten "Sinn" macht, insofern sind die Sinnfragen und Instrumentalisierungsfragen an wahrgenommene "Dinge" erklärbar, evolutionär sinnvoll und auch jeweils "beantwortbar" (fast wie self-fullfilling prophecies).

[16] Die Welt, und damit gemeint ist das uns wahrnehmbare Weltinventar aller "Dinge", erscheint uns deshalb so handsome und "wohlgeordnet", so begreifbar und verstehbar, weil sie als Produkt unserer Wahrnehmung nach deren eigener "Ästhetik" gebildet ist.

[17] "Ästhetik" ist dabei das rein-subjektive Hirnarbeitsweise-ökonomische "Wohlgeordnetsein" von Wahrgenommenem, das per Autopoiese in Gedanken + Inhalten ästhetik-geformt ist. Davon unabhängige Ästhetiken, zB vermeintlich Natur-objektive, gibt es nicht.

[18] Die fraglose, weitgehende Einigkeit aller wahrnehmenden Menschen und überhaupt aller jeweils artgleichen Klassen von Messapparaten und Detektoren über die Gegenstände des Wahrgenommenen beruht auf der weitgehenden Gleichheit der jeweiligen Wahrnehmungs-Detektoren und der Gleichheit der Nachverarbeitung der von ihnen gelieferten Informationen zu Nachrichten.

[19] Alles Wahrgenommene und zukünftig noch Wahrnehmbare besteht ausschließlich aus Summen von Semantiken, wobei diese Semantiken-Summen angebbare Strukturen aufweisen und post-Wahrnehmung für Syntaxen gehalten werden (für "Gegenstände", "Dinge", "Funktionen", "Relationen" usw.). Alle Wahrnehmung liefert auf dem Wege der ihr nachgeschalteten Autopoiese-Mechanismen Subjektivismen, und zwar solche ausschließlich.

[20] Per Wahrnehmung, Messung, Detektion und ihr nachgeschalteter Verarbeitung ist ein "objektives" Erfassen von Welt prinzipiell unmöglich, da alle Kommunikation "pseudo-Kommunikation" in dem Sinne ist, als dass lediglich das Ausbleiben von Widerspruch (feedback) ihr Gelingen signalisieren kann. (Es gibt auch hier kein referentielles Inertialsystem als Maßstab.)

[21] "Gültig ablaufende" Kommunikation setzt nicht so sehr, wie in Shannons syntaktischer Informationstheorie als unumgänglich angegeben, gleiche Zeichenvorräte bei Sender und Empfänger voraus, sondern primär gleiche Autopoiese-Mechanismen bei beiden, denn diese gleichen Mechanismen führen automatisch zu am Ende gleichen/ sehr ähnlichen Zeichensatz- und Bedeutungen-Klassen. Außerdem lassen sich in einer Wechselwirkungswelt "Sender" und "Empfänger" bis zu den Planck-Größen hinab nicht als Unterscheidbare definieren, und darunter wird "definieren wollen" gegenstandslos.

[22] Alle Wahrnehmung (die Wahrnehmungs-Wechselwirkung) basiert als Spezialform von Kommunikation primär auf den Prinzipien der Autopoiese, auf welchen alle Kommunikation zwangsläufig beruht. "Kommunikation" ist eine Unterform von Wechselwirkung, deren Oberklasse als Grundprinzip die universelle "Allgemeine Wechselwirkung" darstellt.

[23] Alles, das dieser Allgemeinen Wechselwirkung unterliegt, existiert indem und solange es jeweils aktuell wechselwirkt. Alles, das ihr nicht unterliegt, existiert nicht, da nur Wechselwirkung, und zwar immer nur "Wechselwirkung im aktuellen Vollzug", Existenz ergibt. Damit ist "Existieren" prinzipiell nur saltatorisch möglich, nur in Form des Werdens (und damit entsprechend des dabei auch "Vergehens"). Lediglich die auf Planckgrößen-Ebene ablaufende Vielzahl der jederzeit stattfindenden Wechselwirkungen erzeugt den wahrnehmenden und technisch-messenden Eindruck einer hypostatischen "Konstanz" der "Dinge".

[24] Somit ist jedes Existierenkönnen grundsätzlich saltatorisch, auch wenn die Unzahl von unablässig sich exekutierenden Wechselwirkungen und die Unmöglichkeit die Planck-Zeit und die Planck-Distanz zu unterschreiten ein Kontinuum vorspiegeln.

[25] Die Unzahl von unablässig sich exekutierenden Wechselwirkungen, aus welchen ausschließlich "das Existieren" der Welt besteht, macht den früheren Solipsismus obsolet, indem sie seine ehemals nur gemutmaßten Aussagen heute als prinzipiell richtig erweist, dabei aber weitergehend seine logischen Beschränktheiten und Begründungs-Unmöglichkeiten aufhebt.

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